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Geschrieben von: Werner Lufen
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Immer wenn ich berichte, dass ich donnerstags abends keine Zeit habe, weil ich zum Training müsse, werde ich gefragt, was für eine Sportart ich denn betriebe. Mit der Antwort "Sporttauchen" wecke ich zumeist Interesse. Unweigerlich schließt sich dann die Frage an, was man denn als Sporttaucher in einem Schwimmbad trainieren könne. Auf diese Frage freue ich mich am meisten. Denn die Antwort "Ich spiele da am liebsten Unterwasserrugby." stürzt meine Zuhörer unweigerlich in tiefe Zweifel. Dem Gesichtsausdruck meines Gegenübers ist deutlich die unausgesprochene Frage "Will der mich jetzt auf den Arm nehmen?" anzusehen. Nein, will ich nicht. Unterwasserrugby gibt es wirklich und es macht einen Heidenspaß.

Das Spiel ist 1974 im Grugabad in Essen erstmals der Presse vorgestellt worden und wird mittlerweile weltweit von Sporttauchern gespielt. Neben einem geregelten Ligabetrieb mit Oberliga, erster und zweiter Bundesliga gibt es auch internationale Wettkämpfe, Europa- und Weltmeisterschaften. Entstanden ist das Spiel aus dem Wunsch, das ABC-Training etwas interessanter und abwechslungsreicher zu gestalten. Und das ist auch gelungen. Das Spielfeld hat eine einmalige Besonderheit: Es ist dreidimensional. Gespielt wird mit einem salzwassergefüllten Kunststoffball, den es in am Beckenboden stehende Stahlkörbe zu legen gilt. Zur Spielausrüstung gehören neben der ABC-Ausrüstung (Maske, Schnorchel, Flossen), Badekappen mit Ohrschutz und bei männlichen Spielern auch noch ein Tiefschutz. Zu einer Mannschaft gehören ein Torwart, fünf Feldspieler, sechs Auswechselspieler und drei Ersatzspieler. Die Spielzeit gliedert sich in zwei Halbzeiten von jeweils 15 Minuten Dauer. Der im Ballbesitz befindliche Spieler darf durch Schütteln, Ziehen und Zerren vom Ball getrennt werden.

Was sich jetzt auf den ersten Blick recht martialisch anhört, ist eigentlich halb so wild, da die Regeln beim Unterwasserrugby sehr streng sind. Berührt werden darf ein Spieler nur, wenn er den Ball führt. Dabei sind allerdings die Ausrüstungsteile wie Flossen, Maske etc. ebenso tabu wie der beliebte "Schwitzkasten". Unnötige Härten werden streng bestraft. Verliert der Spieler den Ball, muss er augenblicklich losgelassen werden. Festhalten bis einem die Luft ausgeht gibt es also nicht. Die Kunst beim Unterwasserrugby besteht wie bei anderen Mannschaftsballsportarten darin, die gegnerische Mannschaft durch geschicktes Passspiel so auszumanövrieren, dass ein Torwurf gelingen kann. Da es also auf Geschicklichkeit, Fähigkeiten beim Apnoetauchen und Schnelligkeit mehr ankommt, als auf Kraft, kann Unterwasserrugby auch in gemischten Mannschaften gespielt werden.

Seit Herbst 2008 nehmen wir mit einer neuen Mannschaft wieder am Ligabetrieb teil. Trainingszeiten sind dienstags und donnerstags ab 20.00 H im Vitusbad. Interessenten sind immer herzlich willkommen. Als Ansprechpartner während der Trainingszeiten stehen Euch unser Trainer Bernhard Böhmer und der 2. Vorsitzende Karl Remus zur Verfügung.
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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 04. Oktober 2011 um 08:58 Uhr |